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Ratgeber Schädelhirntrauma

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Schädelhirntrauma
Wissenswertes zum Thema Schädelhirntrauma

Bei einem Schädelhirntrauma ist es besonders wichtig, Betroffene innerhalb der ersten Stunde nach Eintritt des Traumas zu behandeln, bevor möglicherweise eine Verschlechterung des Zustandes eintritt.

Insbesondere bei Unfällen im Straßenverkehr sind Schädelhirntraumata eine häufige Folge. Oft wird eine Gehirnerschütterung, das heißt ein Schädelhirntrauma 1. Grades, verursacht, von welchem sich die Betroffenen zumeist gut erholen. Ein Schädelhirntrauma 3. Grades zieht vielfach Folgeschäden und Behinderungen nach sich, aber auch bei schwerem Trauma besteht die Möglichkeit einer vollständigen Genesung: bis zu 27 % werden nach erlittenem Schädelhirntrauma wieder gesund.

Wissenswertes zum Thema Schädelhirntrauma

Heilungschancen bei Schädelhirntrauma

In den westlichen Ländern zählt ein Schädelhirntrauma zu den häufigsten Todesursachen bei Menschen unter 40 Jahren. Bei 15- bis 20-Jährigen ist ein Schädelhirntrauma sogar die häufigste Ursache – meist durch Verkehrs- oder Sportunfälle provoziert, seltener durch Gewalteinwirkungen.

Mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfallopfer erleidet ein Schädelhirntrauma. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich 248.000 Menschen ein Schädelhirntrauma erleiden. Die meisten Fälle sind Schädelhirntraumata 1. Grades, für etwa 1 % aller Betroffenen endet das Schädelhirntrauma tödlich.

Von den Patienten mit einem Schädelhirntrauma 3. Grades versterben ca. 30-40 %, ein Sechstel bleibt im Koma. 10-30 % bleiben auch nach der Operation und den Therapiebemühungen schwer behindert, 17-20 % tragen eine Behinderung mittelschweren Grades davon, 7-27 % erholen sich ausreichend. Gerade bei schweren Schädelhirntraumata ist die Einwirkung und Lokalisierung, der Grad der Verletzung und der Heilungsverlauf äußerst unterschiedlich und die Genesung von sehr vielen Faktoren (zum Beispiel Alter, körperlicher Zustand vor dem Unfall, Immunsystem, Therapieergebnisse) abhängig.

Die Heilungschancen bei Patienten mit einem Schädelhirntrauma 3. Grades verbessern sich, wenn es gelingt, innerhalb der ersten Stunde des Unfalls („golden hour of shock“) bereits die ersten neurochirurgischen Maßnahmen zu ergreifen. Zum einen liegt dies an der steigenden Qualität von technischen Hilfsmitteln wie CT und MRT, zum anderen an Fortschritten in der Therapie und Rehabilitation.

Viele Betroffene mit einem Schädelhirntrauma können nach gelungener Therapie und Rehabilitation wieder am Alltag und Beruf teilnehmen, sind jedoch aufgrund körperlicher oder geistiger Behinderungen verschiedenen Grades eingeschränkt.

Polytraumata

Bei ca. einem Drittel der Patienten mit einem Schädelhirntrauma kommen zum Trauma des Gehirns noch Verletzungen anderer Regionen hinzu. Gerade bei schweren Unfällen können auch andere Körperregionen wie zum Beispiel Gliedmaßen oder der Brust- und Bauchraum in Mitleidenschaft gezogen werden. Das macht eine Behandlung komplizierter, da Ärzte bei der Therapie Prioritäten setzen müssen. Liegen mehrere traumatische Verletzungen vor, spricht man daher von einem Polytrauma.

Helmpflicht beim Wintersport und Radfahren

Experten streiten sich bis heute, ob ein Helm bei einem Rad- oder Skiunfall den Kopf ausreichend schützen kann. Sicherlich kann ein Helm kleinere Stöße abfangen. Langzeitstudien von Verkehrsunfällen in Kanada, Neuseeland und den USA zeigen keinen direkten Zusammenhang zwischen weniger ernsten Kopfverletzungen und der Benutzung eines Helms. Trotz der steigenden Verwendung von Helmen sei in keinem Land die Zahl an schweren oder tödlichen Kopfverletzungen zurückgegangen. Helme schützen daher meist nicht bei mittleren oder schweren Unfällen, können leichtere Kollisionen jedoch begrenzt abdämpfen.

Lutz Leukhardt

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Ein Schädelhirntrauma ist eine Verletzung des Kopfes durch äußerliche Gewalteinwirkung, wobei der Schädelknochen und das Gehirn betroffen sind. Dadurch können Gehirnfunktionen beeinträchtigt werden. Das Schädelhirntrauma wird in drei Schweregrade unterschieden, welche zum einen durch die Art und das Ausmaß der Verletzung und zum anderen durch die Dimension der neurologischen Störungen definiert werden. Diese Einordnungen sind auf der Glasgow-Koma-Skala definiert und werden in Schädelhirntrauma 1., 2. und 3. Grades unterteilt.

Typische Anzeichen eines Schädelhirntraumas können unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Bewusstseinsstörungen oder -trübungen, Austreten von Flüssigkeit aus Ohren und Nase etc. sein.

Therapie Schädelhirntrauma

Die Therapie wird auf den Schweregrad des Schädelhirntraumas und den Ort der Verletzung abgestimmt. Bei einer Gehirnerschütterung, einem leichten Schädelhirntrauma, können auftretende Beschwerden meist gut gelindert werden. Schmerzen in Kopf und Nacken, Schwindel oder Überempfindlichkeiten gegen Licht oder ähnliches werden beispielsweise durch Medikamente und Physiotherapie behandelt. Ein mittelschweres oder schweres Schädelhirntrauma erfordert eine intensivmedizinische Versorgung. Neben der möglicherweise notwendigen Unterstützung der Vitalfunktionen kann ein neurochirurgischer Eingriff erforderlich sein, um den Druck im Schädelinneren bei Vorliegen eines Hämatoms zu lindern. Dafür muss die Schädeldecke geöffnet und das Blut sowie die Blutergüsse entfernt werden.

Ein Schädelhirntrauma entsteht durch Einwirkung äußerlicher Gewalt. Durch Stöße – zum Beispiel bei Unfällen bei der Arbeit, im Haushalt oder im Verkehr – oder Schläge wird das Gehirn innerhalb des Schädels an die Schädelwand gestoßen. Dadurch können Prellungen, Schädigungen der Nerven oder auch Blutungen entstehen, die wiederum Hämatome hervorrufen können.

Durch Blutungen der Hirngefäße – subdurale Blutungen genannt – kann der Schädelinnendruck steigen. Die sich ausdehnende Blutung drückt auf das Gehirn, da durch die Schädelwand keine Möglichkeit zur Ausdehnung besteht. Durch ein solches Hämatom kann auch die Versorgung des Gehirns beeinträchtigt werden, wenn beispielsweise der Bluterguss auf Blutgefäße drückt.